Kniescheibe (Patella):
Behandlung komplexer Instabilitäten und vorderem Knieschmerz

Eine herausgesprungene Kniescheibe (Patellaluxation) oder chronischer vorderer Knieschmerz schränken den Alltag und die sportliche Aktivität massiv ein. Jeder Schritt wird von der Angst begleitet, die Kniescheibe könnte wieder herausspringen. Als Leiter der Patellofemoralen Spezialambulanz an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (AKH Wien) analysiere ich die exakte biomechanische Ursache Ihrer Beschwerden und biete Ihnen von der konservativen Therapie bis zur minimalinvasiven MPFL-Plastik maßgeschneiderte Lösungen.

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Wann sollte man eine Patellaluxation operativ behandeln?

Eine erstmalige Patellaluxation (herausgesprungene Kniescheibe) kann meist konservativ (mit Schiene und Physiotherapie) behandelt werden. Eine Operation ist jedoch meist unumgänglich bei:

  • Wiederkehrenden (rezidivierenden) Patellaluxationen (die Kniescheibe springt immer wieder heraus).
  • Begleitenden Knorpelschäden (sogenannten Flake Fractures), die bei der Luxation abgesprengt wurden und refixiert werden sollten.
  • Chronischem Instabilitätsgefühl im Alltag oder beim Sport ohne entsprechende Besserung auf konservative Therapieversuche.
  • Starken anatomischen Fehlbildungen (z.B. einer zu flachen Gleitrinne – Trochleadysplasie) ohne entsprechende Besserung auf konservative Therapieversuche.

Spezialisierte Patella-Chirurgie: Mein operativer Ansatz

Patellaluxationen sind oft multifaktoriell durch eine Kombination verschiedener Fehlstellungen bedingt. Für eine optimale Therapie ist somit die exakte klinische Untersuchung und auf Basis der klinischen Untersuchung die Durchführung und korrekte Interpretation verschiedener spezifischer radiologischer Untersuchungen wie Ganzbeinröntgen im Stehen, MRT des Kniegelenks sowie geg. Rotations-MRTs unerlässlich. Je nach Befund kann dann ein alleiniger Eingriff oder eine Kombination der unten genannten Eingriffe bestehend aus MPFL-Plastik, Tuberositasversatz, Knorpelchirurgie und Trochleaplastik notwendig sein.

MPFL-Plastik

Das zerrissene innere Halteband der Kniescheibe (Mediales Patellofemorales Ligament) wird minimalinvasiv mit einer körpereigenen Sehne (Hamstrings- oder Quadricepssehne) rekonstruiert. Das gibt der Kniescheibe ihren sicheren Lauf zurück.

Gleichzeitige Knorpelchirurgie

Springt die Kniescheibe heraus, wird oft der Knorpel an der Rückfläche beschädigt. Diese Knorpelschäden werden (z.B. durch Refixation oder zweizeitige Knorpelzelltransplantation) direkt mitbehandelt.

Tuberositasversatz

Bei sehr hoch stehender Kniescheibe (Patella alta) oder zu weit außen stehendem Ansatz der Patellasehne kann es notwendig sein den knöchernen Ansatz der Patellasehne minimal zu versetzen (=Tuberositasversatz), um die Kniescheibe wieder perfekt in ihre Gleitrinne zu zentrieren.

Trochleaplastik

Wenn statt der normalen Gleitrinne der Kniescheibe ein Hügel vorliegt (Trochleadysplasie) kann es notwendig sein, die Gleitrinne chirurgisch zu vertiefen, um der Kniescheibe einen normalen Lauf zu ermöglichen.

Ihr Weg zu einem stabilen Kniegelenk

1

Biomechanische Analyse

Detaillierte Auswertung von MRT- und speziellen Röntgenbildern zur exakten OP-Planung.

2

Die Operation

Stationärer Aufenthalt von ca. 1 bis 3 Nächten je nach Größe des Eingriffs.

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Die Heilungsphase

Je nach Eingriff tragen Sie gegebenenfalls für ca. 4 bis 6 Wochen eine bewegliche Schiene (Orthese), die das Knie schützt, aber eine frühzeitige Bewegung erlaubt.

4

Physiotherapie

Gezielter Aufbau der vorderen Oberschenkelmuskulatur (Vastus medialis) für zusätzliche muskuläre Stabilität.

Häufige Fragen zur Patella-OP

Q. Kann die Kniescheibe nach einer MPFL-Plastik wieder herausspringen?

A. Das ist extrem selten. Die anatomische Rekonstruktion des Bandes bietet eine sehr hohe primäre Stabilität und verhindert in über 90-95% der Fälle eine erneute Luxation zuverlässig.

Q. Darf ich nach der OP normal auftreten?

A. Meistens ja. Im Gegensatz zu vielen Knorpel-OPs ist bei einer reinen MPFL-Plastik oft eine Vollbelastung im geraden Bein (in der Schiene) sofort erlaubt. Krücken dienen nur der Sicherheit in den ersten Wochen.

Angst vor dem nächsten "Herausspringen der Kniescheibe"?

Ein instabiles Knie bedeutet Stress für den Knorpel. Bringen Sie Ihre MRT-Bilder mit – wir finden die exakte Ursache und entwickeln einen Plan für Ihre Stabilität.

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