Umstellungsosteotomie:
Gelenkerhalt durch Beinachsenkorrektur

Wenn eine Fehlstellung wie ein O-Bein oder X-Bein zu einer einseitigen Knorpelabnutzung führt, droht eine frühzeitige Arthrose. Mein Ansatz als Leiter der Spezialambulanz für Knorpelschäden an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (AKH Wien): Bevor wir an ein künstliches Gelenk denken, korrigieren wir die Biomechanik. Durch eine präzise Umstellungsosteotomie entlasten wir den geschädigten Knorpel und können Ihr natürliches Kniegelenk oft für viele Jahre oder Jahrzehnte erhalten.

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Wann ist eine Achskorrektur sinnvoll?

Die Umstellungsosteotomie ist ein biomechanischer Eingriff, der den Druck im Kniegelenk umverteilt. Sie ist besonders geeignet für aktive, oft jüngere Patienten (meist unter 60-65 Jahren), bei denen ein Gelenkersatz (Knie-TEP) noch hinausgezögert werden soll. Die OP ist indiziert bei:

  • Einseitiger Kniearthrose (z.B. nur an der Innenseite bei einem O-Bein).
  • Deutlich sichtbaren Achsfehlstellungen (Varus = O-Bein, Valgus = X-Bein).
  • Zum Schutz nach aufwendigen Knorpelzelltransplantationen oder Meniskusersatz.
  • Bei der Behandlungen von Rerupturen vorderer Kreuzbandplastiken zu Entlastung der Rekonstruktion bei gleichzeitigen Fehlstellungen

Präzisionschirurgie: Mein operativer Ansatz

Digitale Planung

Jeder Eingriff wird vorab am Computer anhand von Ganzbein-Röntgenaufnahmen auf den Millimeter und Grad genau geplant. So berechnen wir den exakten Korrekturwinkel für Ihre individuelle Anatomie.

Biologischer Gelenkserhalt

Durch einen gezielten Schnitt im Knochen (am Schienbeinkopf oder im Bereich des kniegelenksnahen Oberschenkels) wird die Achse korrigiert und mit einer modernen, stabilen Titanplatte fixiert. Der überbelastete Teil des Kniegelenks wird entlasted, der Knorpel kann sich erholen.

Kombinationstherapien

Eine gleichzeitige Arthroskopie des Gelenkes ist zur Verifzierung der Indikation und des Ausmaßes der Korrektur obligat. Oft wird die Achskorrektur in derselben OP mit knorpelchirurgischen Maßnahmen oder einer Meniskusbehandlung kombiniert, um das Knie ganzheitlich zu behandeln.

Heilung und Rehabilitation des Knochens

1

Spezial-Diagnostik

Durchführung einer Ganzbeinstandaufnahme zur exakten Achsvermessung.

2

Die Operation

Stationärer Aufenthalt von ca. 1 bis 4 Nächten.

3

Knochenheilung

Um dem Knochen Zeit zum Zusammenwachsen zu geben, entlasten Sie das Bein für ca. 4 bis 6 Wochen mit Krücken bei einer Teilbelastung (ca. 15-20 kg).

4

Volle Freigabe

Nach einer Röntgenkontrolle (meist nach 6 Wochen) erfolgt der schrittweise Übergang zur Vollbelastung.

Häufige Fragen zur Umstellungsosteotomie

Q. Muss die eingesetzte Metallplatte wieder entfernt werden?

A. Nicht zwingend. Da die Titanplatte direkt unter der Haut liegt, kann sie manchmal stören. In diesen Fällen entfernen wir sie in einem kleinen, tagesklinischen Eingriff nach etwa 12 bis 18 Monaten, sobald der Knochen komplett durchbaut ist.

Q. Kann ich nach der OP wieder uneingeschränkt Sport machen?

A. Ja, das ist das große Ziel dieses Eingriffs! Im Gegensatz zur Knieprothese gibt es nach vollständig verheilter Osteotomie keine Einschränkungen – auch Joggen, Skifahren oder Kontaktsportarten sind wieder möglich.

Ist eine Achskorrektur die Lösung für Ihre Knieschmerzen?

Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, ob wir Ihr natürliches Gelenk retten können. Bringen Sie vorhandene Röntgen- oder Ganzbeinaufnahmen gerne mit.

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